Puuuh… 2025, nur noch wenige Tage, dann sagen wir Lebewohl. Adieu. Mit ein wenig Müdigkeit, mit ganz vielen Notizzetteln und bitte-nicht-vergessen-Aufgaben. Aber immer auch mit einem Lächeln und warmen Gedanken an ganz schön tolle Kinder – und tausend Erinnerungen an das letzte Jahr.
So ein Jahr, was ist das überhaupt? Für Eltern immer sehr kurz. Mensch, schon wieder vorbei. Ein Jahr hangelt sich entlang an Wochentagen und -enden, an der ersten Jahreshälfte und der zweiten, teilt sich ein in vor-den-Schulferien und danach. Alles ist getaktet, alles sortiert, organisiert, eingetragen, abgetippt, auf autorepeat gestellt. Für Kinder ist das ganz anders. Was ist Zeit? Was ist morgen? Zeit schwimmt und ist entweder schön – oder eben nicht.
Erinnert werden Erfahrungen, einzigartige Erlebnisse, Aufregendes, das Routinen durchbricht. Immer mal etwas Neues, Anderes. Was bleibt, sind Momente der Selbstwirksamkeit, des Über-Sich-Hinaus-Wachsens, des Lernens, des selbst Entdeckens, des sich Trauens, Momente des ungestümen Tobens oder des stillen Forschens oder Fertigstellens.
Und von alledem gibt es bei den Naturkindern ganz ganz viel. Wir wagen uns an einen kleinen Rückblick auf die letzten zwölf Monate. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, aber auf liebevolle, bunte Erinnerungen quer durch die Jahreszeiten.
Der letzte – etwas nasse – Winter brauchte uns ein paar richtig matschige Waldtage und den Kindern das ideale Biotop, um ihre dicken Anzüge auf Wettertauglichkeit zu überprüfen. Als herzerwärmendes und spannendes – indoor – Gegenprogramm besuchte uns im Februar mal wieder die in Teltow lebende Autorin und Illustratorin Yana Marull. Im Rahmen des Programms Bildung Entwicklung (BtE) entführte sie die Ameisen auf eine klangvolle Reise in ihr Geburtsland Brasilien.
Der März bot den Kindern einen Ausflug in die Forscherwelt Blossin. Ein Projekttag, von dem die Abenteurerinnen noch heute detailreich schwärmen. Vor Ort erwartete sie, neben einem Kinder-Kunstatelier, ein Musikzimmer, ein Labor mit wilden Experimenten, eine riesige Sandkiste, eine Küche zum selbst Kochen und und und… Ganz klar werden wir nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Eine Besonderheit an dieser Exkursion war, dass die Kinder sich den Ausflug durch Verkäufe auf unserem Frühlingsmarkt teilweise selbst finanziert haben.
Im Frühsommer schenkten uns die Flunkerproduktionen eine Sonderaufführung ihrer neuen Inszenierung „Charly und das große Wohin“. Dafür sind wir eigens mit dem Linienbus nach Wahlsdorf gedüst. Viele Kinder lieben Theater und es ist faszinierend, wie viele kreative Eindrücke sie aus solchen Erlebnissen ziehen, wieviel sie mitnehmen. Kleine Passagen von Matthias Ludwig reisten fröhlich mit zurück nach Heinsdorf.
Das Highlight vor den Sommerferien war die Premiere unseres lange vorbereiteten Zirkusprojekts. Alle waren involviert, wirklich alle. Die Eltern und Geschwister bauten am temporären Zirkuszelt. Großeltern halfen bei den Kostümen. Die Kinder entwickelten das komplette Programm selbst. Dafür wurde eigens ein Kinderrat gegründet. Mitbestimmung ist wichtig – und ein Grundverständnis, wie das mit der Demokratie so funktioniert. Akrobatik, eine Feuershow, kleine Schmetterlinge, Clowns und Fakire – die Ideen sprudelten und alle fanden sich wieder. Das war wichtig. Freiräume lassen, Individualität fördern, Bedürfnisse respektieren. Auch im Kitaalltag gibt es seit längerem regelmäßige Gruppenbesprechungen bei den Hasen und Ameisen, um die Beteiligungsrechte der Kinder zu gewährleisten und zu unterstützen.
Tja, und nach dem Sommer? Klar, der Herbst. Aber bei den Naturkindern meist goldig bunt. Die Brandschutzwoche brachte spannende neue Erkenntnisse, kleine Mutproben und den Besuch der Heinsdorfer Feuerwehr – mit echtem Löschfahrzeug!
Da ja lifelong learning und konstante Weiterbildung auch beim Fachpersonal ein großes Thema ist, durfte das gesamte Erzieherinnenteam zum Jahresende am Internationalen Kongress der Natur- und Waldkindergärten in Berlin teilnehmen. Und was es da so Neues gab, davon erzählen wir im nächsten Beitrag… 😉
Eine wundervolle Weihnachtszeit,
Eure Naturkinder
